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Notbeleuchtung: Prüfpflichten & Prüfbuch

Wer eine Arbeitsstätte oder ein Gebäude mit Prüfpflicht nach Landesrecht betreibt, muss die Sicherheitsbeleuchtung prüfen lassen — und belegen können, dass geprüft wurde. Diese Seite fasst zusammen, welche Prüfungen anstehen, was ins Prüfbuch gehört und wer prüfen darf.

Stand: · Redaktion Safety Contracting

Der Prüfrhythmus

Wie oft muss die Notbeleuchtung geprüft werden?

Die DIN EN 50172 sieht Prüfungen täglich, monatlich und jährlich vor; in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht kommt spätestens alle drei Jahre eine weitere Prüfung hinzu. Die Prüfpflichten treffen den Arbeitgeber bzw. Betreiber. Die Arbeit lässt sich übertragen, die Verantwortung nicht.

  1. täglich

    Funktionskontrolle

  2. monatlich

    Kurztest aller Leuchten

  3. jährlich

    Langzeittest über die volle Bemessungsbetriebsdauer

  4. alle 3 Jahre in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht

    Prüfung durch Prüfsachverständige (je nach Land Sachkundige), mit stichprobenweiser Messung der Beleuchtungsstärke

Der jährliche Langzeittest führt die Anlage über die volle Bemessungsbetriebsdauer — also so lange, wie das Notlicht im Ernstfall tragen muss. In Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht, baurechtlich Sonderbauten genannt (etwa Versammlungs- und Verkaufsstätten, Hochhäuser und in einigen Ländern große Industriehallen), prüfen zudem spätestens alle drei Jahre Prüfsachverständige oder Sachkundige, ob die geforderte Beleuchtungsstärke noch erreicht wird, stichprobenweise; das schreiben die Prüfverordnungen der Länder vor. Die DIN EN 50172 (VDE 0108-100):2024-10 und die DIN EN 1838:2025 geben darüber hinaus in einem informativen Anhang Hinweise für eine Messung der Beleuchtungsstärke alle fünf Jahre. Jede dieser Prüfungen gehört mit Datum und Ergebnis ins Prüfbuch.

Intervall Prüfung Grundlage
täglich Funktionskontrolle DIN EN 50172 (VDE 0108-100)
monatlich Kurztest aller Leuchten DIN EN 50172 (VDE 0108-100)
jährlich Langzeittest über die volle Betriebsdauer DIN EN 50172 (VDE 0108-100)
alle 5 Jahre Messung der Beleuchtungsstärke (Empfehlung) Informativer Anhang B der DIN EN 50172:2024-10 und der DIN EN 1838:2025
alle 3 Jahre in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht Prüfung durch Prüfsachverständige oder Sachkundige, mit stichprobenweiser Prüfung der Mindestbeleuchtungsstärke Prüfverordnung des jeweiligen Landes; in allen 16 Ländern höchstens drei Jahre

Die Arbeitsstättenverordnung selbst nennt keine festen Abstände. Sie verlangt regelmäßige Prüfungen (§ 4 Abs. 3 ArbStättV); Abstände, Umfang und Dokumentation ergeben sich nach der ASR A2.3 aus Herstellerangaben und den Regeln der Technik, nach der ASR A3.4 aus der Gefährdungsbeurteilung. Quellen: ArbStättV, ASR A2.3, DKE zur DIN EN 50172 (Prüffristen täglich, monatlich, jährlich), DIN Media zur DIN EN 1838 (Anhang B).

Digitales Prüfbuch auf dem Tablet: alle vier Prüfintervalle dokumentiert 09:41 Prüfbuch · digital TÄGLICH MONATLICH JÄHRLICH ALLE 3 JAHRE (NACH LANDESRECHT) Funktionskontrolle Kurztest aller Leuchten Langzeittest über die volle Bemessungsdauer Sachverständigenprüfung mit Messung Jede Prüfung mit Datum und Ergebnis erfasst

Die Dokumentation

Das Prüfbuch ist bei uns digital.

Jede dieser Prüfungen erfassen wir digital — mit Datum und Ergebnis, vom ersten Tag an. Die tägliche Statusprüfung läuft per digitaler Fernüberwachung. Beim Audit liegt die lückenlose Dokumentation vor, ohne Ordnersuche.

Die Normenlage

Welche Normen für die Notbeleuchtung sind neu?

Zwei: die DIN EN 50172 (VDE 0108-100) im Oktober 2024 und die DIN EN 1838 im März 2025. Die DIN EN 50172 hat vor allem Prüfung, Übergabe und Prüfbuch neu geregelt, die DIN EN 1838 wurde umfassend überarbeitet. Beides betrifft unmittelbar den Betreiber.

Oktober 2024

DIN EN 50172 (VDE 0108-100)

Ersetzt DIN EN 50172:2005-01 und die Vornorm DIN VDE V 0108-100-1:2018-12. Neu aufgenommen sind Anforderungen an die Erstprüfung, die Übergabedokumentation und das Prüfbuch; die Anforderungen an Wartung und Prüfung wurden geändert (Quelle: DIN Media).

März 2025 Übergangsfrist bis 2027

DIN EN 1838

Mit 38 statt 22 Seiten deutlich umfangreicher als die Vorgängerfassung. Neu sind unter anderem Festlegungen zu den Randbereichen von Rettungswegen und Anhänge zu Systembetriebsdauer, Aktivierungszeit und Messung vor Ort (Quelle: DIN Media). Die Übergangsfrist endet 2027. Was das für Ihre Anlage bedeutet

Daneben gelten: Landesbauordnungen und die zugehörigen Verordnungen der Länder, DIN EN IEC 60598-2-22 und DIN EN 62034, ASR A2.3 und ASR A3.4 sowie DIN 4844 / ISO 7010 für die Rettungszeichen.

Das Prüfbuch

Was gehört ins Prüfbuch?

Jede Prüfung mit Datum und Ergebnis, dazu festgestellte Störungen und ihre Behebung. Denn die Prüfung allein genügt nicht, sie muss belegt sein: Das Prüfbuch ist das Beweismittel des Betreibers. Wer eines führt, sollte drei Punkte kennen.

Gedrucktes Prüfbuch für die Sicherheitsbeleuchtung mit Protokollseiten für wöchentliche, monatliche und jährliche Prüfungen

Was hineingehört

Jede Prüfung mit Datum und Ergebnis — vom monatlichen Kurztest bis zur Sachverständigenprüfung. Dazu festgestellte Störungen und ihre Behebung. Ob gedrucktes Prüfbuch oder gesammelte digitale Prüfprotokolle: Die Prüfungen sind zu dokumentieren; in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht sind die Prüfberichte aufzubewahren und auf Verlangen vorzulegen.

Wer es sehen will

Der Sachverständige bei der wiederkehrenden Prüfung — und im Schadenfall der Versicherer. Dann muss der Betreiber belegen, dass geprüft wurde. Ein Prüfbuch, das erst gesucht werden muss, ist im Ernstfall bereits ein Befund.

Was Lücken bedeuten

Lässt sich der ordnungsgemäße Zustand nicht belegen, steht die Frage im Raum, ob die Betriebsorganisation ihren Pflichten genügt hat. Sie trifft zuerst das Unternehmen, kann die Geschäftsführung aber auch persönlich erreichen, etwa über ein Bußgeld oder nach einem Unfall. Und Versicherungen zahlen nicht in jedem Fall.

Ein Punkt wird dabei oft übersehen: Der Funktionstest zeigt, dass eine Leuchte angeht. Ob sie die geforderte Beleuchtungsstärke noch liefert, zeigt er nicht — das belegt erst eine Messung, wie sie etwa bei der Prüfung in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht stichprobenweise erfolgt. Beides gehört dokumentiert.

Die Qualifikationsfrage

Wer darf die Notbeleuchtung prüfen?

Das hängt von der Prüfung ab. Die Arbeitsstättenverordnung verlangt, die Sicherheitsbeleuchtung prüfen zu lassen, legt aber nicht fest, von wem. Den Rahmen setzen die Unfallverhütungsvorschrift für elektrische Anlagen und die Regeln der Technik.

Als elektrische Anlage fällt die Sicherheitsbeleuchtung unter die DGUV Vorschrift 3. Sie verlangt eine Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme und nach jeder Änderung oder Instandsetzung durch eine Elektrofachkraft oder unter deren Leitung und Aufsicht, dazu Prüfungen in bestimmten Zeitabständen, bei denen die elektrotechnischen Regeln zu beachten sind (§ 5). Die maßgebliche Regel ist die DIN EN 50172 (VDE 0108-100). Ihre Fassung von 2024 hat Anforderungen an Erstprüfung, Übergabedokumentation und Prüfbuch neu aufgenommen; was sie im Einzelnen vom Prüfpersonal verlangt, steht im kostenpflichtigen Normtext.

In der Praxis hängt es oft an der Elektrofachkraft: Sie ist da, aber ausgelastet — oder die Prüfungen hängen an einer einzelnen Person, deren Vertretung nicht geregelt ist. Wie eine Anlage aussieht, die sich automatisiert selbst prüft und protokolliert, steht auf der Leistungsseite.

In Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht kommt eine Prüfung nach der Prüfverordnung des Landes hinzu, in allen 16 Ländern spätestens alle drei Jahre, je nach Land durch Prüfsachverständige oder Sachkundige. Welche Gebäude darunter fallen, regelt jedes Land selbst. Für Industriebetriebe lohnt der Blick ins Landesrecht: Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zum Beispiel erfassen ausdrücklich auch gewerbliche und industrielle Hallen mit mehr als 2.000 m² Geschossfläche. Wer prüfen lässt, muss das Prüfpersonal sorgfältig auswählen und kontrollieren, mehr dazu auf der Seite Betreiberpflicht und Haftung.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wie oft muss eine Sicherheitsbeleuchtung geprüft werden?

Die DIN EN 50172 (VDE 0108-100) legt Prüfungen täglich, monatlich und jährlich fest; die Arbeitsstättenverordnung selbst nennt keine festen Abstände. Für eine Messung der Beleuchtungsstärke alle fünf Jahre geben die DIN EN 50172:2024 und die DIN EN 1838:2025 in einem informativen Anhang Hinweise. In Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht (baurechtlich Sonderbauten) kommt eine Prüfung nach der Prüfverordnung des Landes hinzu, in allen 16 Ländern spätestens alle drei Jahre.

Wer darf die Prüfungen durchführen?

Die Arbeitsstättenverordnung legt das nicht fest. Als elektrische Anlage ist die Sicherheitsbeleuchtung vor der ersten Inbetriebnahme und nach Änderungen durch eine Elektrofachkraft oder unter deren Leitung zu prüfen (DGUV Vorschrift 3). In Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht prüfen zusätzlich Prüfsachverständige oder, je nach Land, Sachkundige.

Was gehört ins Prüfbuch?

Jede Prüfung mit Datum und Ergebnis sowie festgestellte Störungen und deren Behebung. Die Prüfungen sind zu dokumentieren; im Schadenfall ist das Prüfbuch der Nachweis des Betreibers, dass geprüft wurde.

Was passiert, wenn Einträge fehlen?

Dann lässt sich der ordnungsgemäße Zustand nicht belegen, und es steht die Frage im Raum, ob die Betriebsorganisation ihren Pflichten genügt hat. Sie trifft zuerst das Unternehmen, kann die Geschäftsführung aber auch persönlich erreichen, etwa über ein Bußgeld oder nach einem Unfall. Und Versicherungen zahlen nicht in jedem Fall.

Ersetzt der Funktionstest die Lichtmessung?

Nein. Der Funktionstest zeigt, dass eine Leuchte angeht — ob sie die geforderte Beleuchtungsstärke erreicht, zeigt nur eine Messung. Deshalb gehört zur Prüfung in Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht eine stichprobenweise Messung der Beleuchtungsstärke.

Was ändert sich mit der neuen DIN EN 1838?

Die Fassung vom März 2025 umfasst 38 statt 22 Seiten. Neu sind unter anderem Festlegungen zu den Randbereichen von Rettungswegen und informative Anhänge zu Systembetriebsdauer, Aktivierungszeit und Messung vor Ort. Die Übergangsfrist endet 2027.

In welchen Gebäuden ist eine Sicherheitsbeleuchtung vorgeschrieben?

In Gebäuden mit Prüfpflicht nach Landesrecht, baurechtlich Sonderbauten wie Versammlungs-, Verkaufs- und Beherbergungsstätten oder Hochhäuser, schreiben die Landesbauordnungen und Sonderbauvorschriften sie unmittelbar vor, etwa die Versammlungsstättenverordnung. In Arbeitsstätten verlangt die Arbeitsstättenverordnung (Anhang Nr. 2.3 und 3.4) eine Sicherheitsbeleuchtung, wenn bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung Gefahr besteht; das ergibt die Gefährdungsbeurteilung, etwa bei fehlendem Tageslicht, großen Hallen, unübersichtlicher Fluchtwegführung oder Schichtbetrieb (ASR A2.3).

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